Ent­schei­dungs­ta­bellen als Test­entwurfs­verfahren

Das International Software Testing Qualifications Board (ISTQB®) ist eine gemeinnützige Zertifizierungsstelle für Softwaretester, die sich aus ehrenamtlich agierenden Expertengremien zusammensetzt. Sie hat mit dem ISTQB Certified Tester eine weltweit verbreitete Ausbildung erarbeitet.

In dem deutschsprachigen Lehrplan ISTQB® Certified Tester Foundation Level wird die Ent­schei­dungs­tabelle als eine gute Möglichkeit vorgestellt, um Systemanforderungen zu erfassen, die logische Bedingungen enthalten.

Mit der Ent­schei­dungs­ta­bellentechnik werden komplexe Regelwerke vollständig und widerspruchsfrei be­schrie­ben.

Test Analysten nutzen die Ent­schei­dungs­ta­belle, um eine gute Stichprobe an notwendigen Testfällen zu ermitteln. Wenn die Anforderungen noch nicht als Ent­schei­dungs­ta­belle formuliert sind, dann ist die Transformation von Text in eine Ent­schei­dungs­ta­belle eine starke Methode, um Auslassungen und Widersprüche in den Anforderungen zu entdecken.

Wenn die Anforderungen direkt als Ent­schei­dungs­ta­belle formuliert werden, kann die Ent­schei­dungs­ta­belle zur Aufwandsabschätzung für Testfallerstellung und Testdurchführung dienen.

Jede Regel enthält Bedingungen, die als Vorbedingungen oder Eingaben verstanden werden können. Aus den Aktionen einer Regel lassen sich die Ausgaben des Systems und damit die erforderlichen Prüfungen ableiten. Somit entspricht jede Regel einem Testfall.

Eine gute Testdurchführung wird für jede Regel mindestens einen Testfall erstellen und die ermittelten Testfälle ausführen. Dieses entspricht dann 100% Regelüberdeckung und damit ist auch schon eine erste einfache Metrik gegeben, um die Qualität der Testdurchführung zu bewerten.